CELLE SUL RIGO


GESCHICHTE

Celle sul Rigo liegt auf einem tonhaltigen Huegel in der Naehe des Berges Cetona laengs der Sued-Grenze der Provinz Siena. Der Name stammt von den "celle vinarie" (Weinkellern), die zur Weinlagerung dienten und noch heute dazu dienen. Rigo ist dagegen der Name des Baches, der zu Fuessen des Dorfes fliesst. Dieses kleine Dorf war einmal ein wichtiger Ort wegen seiner strategischen Stellung zwischen der Gemeinde Siena und der Gemeinde Orvieto und spaeter zwischen dem Grossherzogtum von Toskana und dem Kirchenstaat, die um den Besitz des Schlosses kaempften. Durch diesen Grenz - und Besatzungsort ging schon in alter Zeit fast bis heute - der wichtige Verkehrsweg zwischen Norden und Sueden die Via Francigena - spaeter Cassia genannt. Bis zum 13. Jh. lebte der Ort, dank seiner strategischen Stellung und seines Handels, in besonderem Wohlstand. Die ersten sicheren Ueberlieferungen gibt es erst nach dem Jahre 1000 und sie bezeugen, dass das Schloss unter der Herrschaft Orvietos war. In der zweiten Haelfte des 14. Jhs. wurde in der Gegend die Macht der Familie Salimbeni immer groesser und Cione Salimbeni ergriff zum Nachteil Orvietos Besitz von Celle sul Rigo und wurde seinerseits 1380 von den Sienesern verjagt. Trotzdem zogen 1384 die Einwohner von Celle sul Rigo "den alten Herrn" vor, rebellierten und gaben Cione die Burg zurueck. Die Herrschaft dauerte solange, bis sich sein Sohn Cocco nach dem Verlust der Burg und der Rueckeroberung 1418 entschloss, sie Siena wiederzugeben. Ab dieser Zeit bleibt Celle endgueltig an der Seite der Republik Siena bis zum Jahr 1559. Nach dieser Periode wurde es nur ein kleiner landwirtschaftlicher Ort.

SEHENSWUERDIGKEITEN

Obwohl Celle ein sehr kleines Dorf ist, gibt es drei Kirchen ( San Paolo, San Giovanni und die Kirche della Madonna delle Grazie ), einen schoenen Turm und einen Gutshof. Die wichtigste Kirche ist San Paolo, eine alte Pfarre der Bekehrung des Heiligen Paulus geweiht, wie in den "Rationes Decimarum " von 1275-1277 ueberliefert und als Taufkirche in jenen von 1302-1303 angegeben wird. Die schoenste Kirche war Santa Elisabetta aus dem 15. Jh., die teilweise 1933 von dem Erdbeben zerstoert wurde und 1992 voellig einstuerzte. Eine andere Sehenswuerdigkeit ist der Turm auf dem Gipfel des Dorfes, der einzige Rest des alten Schlosses (11. Jh.). Der Gutshof des 15.Jh., dessen Renovierung seit kurzer Zeit beendet ist, ist ein schoener und an landwirtschaftlichem Werkzeug der Vergangenheit reicher Palast.
Heutezutage bewahrt der Ort seine alte viereckige Stadtplanung mit seinen weiten und perfekt geraden Strassen und seinem grossen Platz. Da dieser Platz zu gross fuer das Dorf ist, vermuten einige Historiker, dass das mittelalterliche Schloss auf einem vorherigen "Castrum Romanum" erbaut wurde. Die Burg waere "Castrum de Cellis" genannt. Drei eckige Tuerme der alten Stadtmauer bleiben noch. Es gibt auch zahlreiche Renaissancepalaeste mit Portalen und Wappen aus Travertin, das beweist die Existenz eines reiche Landbuergertums. Außerhalb der Maner befanden sich die Kohlenmeiler.

KULTURELLE VERANSTALTUNGEN

Gegen die Haelfte dieses Jahrhunderts, infolge des 2.Weltrieges und der Auswanderung vieler Familien , hat sich das Dorf entvoelkert. Um besser die Entwicklung zu foerdern, hat man zirka vor 10 Jahren versucht den Tourismus zu erhoehen. Heute werden viele Touristen von der ruhigen, schoenen Landschaft angezogen. Eine wichtige Rolle im Leben der Stadt spielt ohne Zweifel die Gastronomie. Der Ruf von Celle ist heute naemlich mit dem traditionellem Gericht "Pici" verbunden. Zu Picis Ehren und vor allem, um das Dorf kennen zu lassen, wurde 1970 die "Sagra dei Pici" (das Pici-Fest) von der Philarmonie organisiert. Waehrend des Festes, das noch heute am letzten Samstag Mai stattfindet,werden die typischen Gerichte serviert. Es handelt sich um nur mit Mehl, Wasser und Oel hausgemachte Spaghetti, die mit einer besonderen Entenfleischsauce oder mit Knoblauch und Tomatensauce gewuerzt sind. In Celle wird auch das Fest des Schutzheiligen San Paolo am 25.Januar gefeiert und am 17.Januar das Fest von Sant' Antonius, dem Abt, der Tierschutzheiliger ist; bei dieser Gelegenheit werden die Tiere gesegnet. Beim Karneval spielt man mit dem Schafskaese und laesst die Kaeselaibe über die Stadtstrassen rollen.


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