CETONA

Das Staedtchen Cetona lehnt sich an der gleichnamigen Berg und liegt auf einer Anhoehe ueber dem Fluesschen
Astrone. Auch wenn es keine genauen archaeologischen Beweise gibt, ist es wahrscheinlich, dass die erste Ansiedlung etruskisch war und nach Meinung einiger Wissenschaftler soll sich der Name vom etruskischen CATUNI herleiten .
Gegen Ende des 11. Jahrhhnderts gab Papst Gregor 7. Cetona der Familie Aldobranda, zu der er gehoerte, als Lehen.
Doch schon wenig mehr als ein Jahrhundert spaeter war die Macht dieser Familie schon merklich geschrumpft, und ihre Nachfahren verkauften am Ende alle Rechte an der Grafschaft. Bis 1354 hielten die Orvietaner die Herrrschaft ueber Cetona fest in Haendem. Im darauffolgenden Jahr wurde Cetona Guglielmo di Beaufort , Vicegraf von Lorena und Bruder von Papst Clemens 7, zum Lehen gegeben, und spaeter, im Jahr 1375, ging es in den Besitz in den Familienzweig Corbara der Monaldeschi, so dass es sich schliesslich im Kirchenstaat bewegte, was sich bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts nicht mehr aendern sollte. cetona.jpg (48125 byte)1418 wechselt Cetona noch einmal die Fahne ; in diesem Jahr wird es naemlich vom Soeldnerfuehrer Braccio da Montone erobert, obwohl es hartnaeckigen Wiederstand geleistet hatte. Der Eroberer war jedoch mehr an Geld als an Herrschaft interessiert und fand es daher eintraeglicher, Cetona zum Preis von 9000 Goldflorin an Siena abzutreten. Das Geschaeft wurde am 1. Dezember 1418 abgeschlossen. Doch 1455 hatte Cetona unter dem Ueberfall und den Pluenderungen Niccolò Picolominis zu leiden. Diese Eroberung dauerte nur kurze Zeit, den Siena griff sofort ein und eroberte am 4. November des gleichen Jahres die Burg zurueck, auch wenn durch die Kaempfe die Kirche und die bestehenden Haeuser stark beschaedigt wurden, so dass an ihrer Stelle eine neue Kirche, errichtet wurde, die noch heute existiert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts richtete Cesare Borgia seine Aufmerksamkeit auf Cetona. Daher erhielt es von Siena besondere Privilegien und 1527 wurde der bekannte Archkitekt Baldassarre Peruzzi damit beauftragt, die Renovierung des Mauerrings zu planen. 1556 wurde die Burg fuer die Kaisertreuen und die Florentiner von Mario Sforza, Graf von Santa Fiora, erobert und 1558 teilte Cosimo 1 es mit dem Markgrafentitel einem seiner Generalssoehne zu. Nachdem dieses Geschlecht bald ausgestorben war, ging Cetona in die direkte Abhaengigkeit des Grossherzogtums Toskana bleibt.
Was den Umweltaspekt betrifft, muss man sagen, dass die Cetoneser oft vor dem Problem der Verbauung der Gewaesser, wie des Flusses Chiana und vor allem des Astrone gestanden haben, doch verschiedene aufeinanderfol-gende Verordnungen haben bescheidene Resultate gezeigt. In der Tat waren die beiden Wasserstrassen die meiste Zeit zu sumpfigen, ungesunden Rinnsalen heruntergekommen, doch ab und zu fuehrten sie zu katastrophalen Ueberschwemmungen im Tal. Dadurch waren in der Astrone-Ebene die Grenzen zwischen dem Grossherzogtum Toskana und dem Kirchenstaat etwas verwischt worden.
Also beschloss Clemens 8. nach dem X-ten Hochwasser, dass auch den Tiber bis nach Rom heimgesucht hatte, endgueltig Abhilfe zu schaffen : er liess einen grossen Deich -"Bastion" genannt - aufschuetten, der zur Eindaem-mung des Wassers und als Staatsgrenze diente.
Zum Bereich der Einkommensquellen dieser Gegend muss man sagen, dass die Landwirtschaft immer an der Spitze gestanden hat, doch es duerfte interessant sein, zu erwaehnen,dass es noch bis zum vorigen Jh. ein florierendes Handwerk gegeben hat, darunter einige beruehnte Waffenschmiede, deren Erzuegnise hochgeschaetzt waren.
Des weiteren gab es, ausser dem fuer das Alltagsleben unverzichtbaren Handwerksbetrieben und Industrien, auch einige gute stahlverarbeitende Betriebe

DENKMAELER

Auf dem letzten oestlichen Auslaeufer des Berges liegt das alte Schloss, um dessen unteren Teil sich einige Wohnhaeuser gruppieren, die das Dorf bilden, sowie ein grosser Platz am rechten Ufer des Fluesschens Astrone. Das alte Dorf ist von einem Mauerring mit 3 Stadttoren, deren oberstes in das Eingangstor der Burg uebergeht, umgeben. Die Wohnhaeuser sind im Halbkreis um den Huegel herum gebaut. Im Osten liegen in der Ebene das neue Dorf und der weitlaeufige, quadratische, vom Markgraf Vitelli angelegte Platz. Die Burg von Cetona, die bereits von der Familie Vitelli zu Wohngebaeuden umgebaut worden war, wurde Napoleone Burchielli und seinen Nachfahren ueberschrieben, mit der Auflage, die Uhr und die Gebäude instandzuhalten, die den 2. Mauerring umgeben, der von der Festung durch einen Streifen landwirtschaftlich genutztes Land getrennt ist.
Auf der einen Seite des Platzes steht der Palast der adligen Familie Terrosi ; dazu gehoeren huebsche Waeldchen, Pavillions, Gaerten, laendliche Arenen und eine wundervolle Grotte, die mit Stalaktiten und Schalentieren geschmueckt ist, mit einem Park und einem Landhaus auf dem Belvedere-Huegel, der ueber dem Palast und gegenueber der Burg liegt. Die Kollegiats -Kirche der Heiligen Dreifalltigkeit liegt innerhalb der Mauern des alten Schlosses, Die Pfarrkirche von Cetona hatte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts 4 Filialpfarreien : Sant' Angelo, die immer noch existiert, die Pfarrei S. Giovanni Battista, (vielleicht die alte Pfarrei), die Pfarrkirche Santo Stefano, die geschlossen wurde und die Pfarrei Santa Maria Assunta, die sich heute in Belvedere befindet. Es gab ausserdem ein Dominikanerinnenkloster (Santissima Concezione) , das 1809 geschlossen wurde, sowie das Kloster von Belverde, das im 17. Jh. verlassen worden war und das heute die Funktion einer Pfarrkirche hat.

 
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