GESCHICHTE
Der Namen dieses Ortes komt aus dem Lateinischen Mons Licinus und seine Bedeutung ist
Steineichenhuegel. Die meisten Steineichen sind heute von Olivenbaeumen und Weinbergen
ersetzt, die voherrschend in der Stadtwirtschaft sind. Die Geschichte Montalcinos ist sehr
alt, in der Tat gehen die ersten Zeugnisse auf die etruskische und roemische Zeit
zurueck.Die sichere Geschichte des Ortes beginnt in karolingischer Zeit, als das
Staedtchen in einer Urkunde Liutprands aus dem Jahre 715 erwaehnt wird. Spaeter 814
schenkte Ludwig der Fromme Montalcino dem Kloster Sant'Antimo. Die Zeitperiode, in der der
Ort seine Rolle spielte , ist das Mittelalter, als Montalcino von Siena und Florenz
umkaempft wurde, bis es sich nach der Schlacht von Montaperti (4. 9. 1260) auf die Seite
der Gibellinen schlug und damit zu einer der wichtigsten festen Plaetze der Republik Siena
wurde. Als solcher wurde Montalcino in den Jahren 1526 bis 1559 von Papst Klemens VII und
seinen franzoesischen Verbuendeten, Karl V von Spanien und Cosimo I , von Medici,
vergeblich belagert. Als sich Siena 1555
ergeben musste, gruendeten
Fluechtlinge, deren Fuehrer Piero Strozzi war, "die Republik Siena in
Montalcino". Diese war die letzte freie Gemeinde Italiens, deren Unabhaengigkeit aber
erst vier Jahre dauerte. (In dieser Zeit wurden auch Golden- , Silber-, und Kupfer-Muenzen
gepraegt ). Durch den spanischen - franzoesischen Frieden von Cateau-Cambrésis (1559)
verlor Montalcino seine Unabhaengigkeit und fiel an das Grossherzogtum Toskana. Zu
erwaehnen gilt es noch, dass der Ort 1462 von Papst Pius II Stadtrecht erhalten hatte.
Das Gemeindegebiet Montalcino umfasst die kleinen Orte Torrenieri, Sant'Angelo in Colle,
Sant'Angelo Scalo, Castelmuzio dell'Abate und Camigliano. TORRENIERI zaehlt ungefaehr 1500
Einwohner. Hier gab es urspruenglich ein Sieneser Schloss, um das sich dank seiner Lage
auf der Frankenstrasse der kleine Ort entwickelte. Der Ort war naemlich eine Poststation
und ein Rastplatz fuer die Reisenden.
DENKMAELER
Die alte Stadtmauer mit sechs Toren ( Porta Cervara, Porta al Cassero, Porta Murelli,
Porta Castallana, Porta Postierla e Porta Gattesca), sowie ein Teil der 19 Wehrtuerme und
der alten Brunnen sind erhalten.Voellig unversehrt ragt die in der zweiten Haelfte des 14.
Jhs. erbaute Burg, die das wichtigste und charakteristischste architektonische Element
ist, in der die Standarte der Fluechtlinge aufbewahrt wird. Diese Standarte wird der
Schule von Sodoma zugeschrieben.
Abgesehen von den einzigartigen Rundblicken ueber das umliegende Land birgt Montalcino
zahlreiche Sehenswuerdigkeiten. Zu ihnen gehoeren zunaechst die Gebaeude aus dem
Mittelalter, so das Rathaus, frueher Palast der Prioren, ein mit Wappen. geschmuckter,
strenger Bau, mit seinem hohen Turm, ferner die Loggien mit den gotischen Boegen aus dem
14. und 15 Jh., sowie der auf den Resten einer alten Kirche aus dem Jahre 1000 erbaute
neuklassische Dom, (Pieve von San Salvatore), wo sich interessante Skulpturen aus der
alten Kirche in der Taufkapelle befinden.
Unbedingt zu besichtigen sind ausserdem die im 17. Jh. neben der Porta al Corniolo erbaute
Wallfahrtskirche Madonna del Soccorso und die gotisch-romanische Kirche Sant'Agostino mit
einem mit Fresken aus der sieneser Schule ausgemalten Chor. Sehenswert sind auch das
Staedtische und Archeologische Museum, wo man viele wichtige Kunstschaetze von
toskanischen Kuenstlern wie Sodoma, Duccio di Boninsena, Sano di Pietro, Beccafumi u.a.
bewundern kann. Sehr interessant ist auch die Atlantische Bibel mit seinen Miniaturen (
12. Jh.).
Nicht weit von Montalcino, nur 9 Km. entfernt, ist die wunderschoene und einsame
Benediktiner Abtei von Sant'Antimo,
die eins der
schoensten romanischen Bauwerke Italiens ist.
Von dem urspruenglichen Gebaeude, das der Legende nach von Karl dem Grossen gegruendet
wurde, sind auf dem Vorplatz eine Seite des Kreuzgangs, die Seitentuer und die Pfosten
einer Seitentuer erhalten. Die zu Beginn des12. Jhs. erbaute dreischiffige Kirche hat
verschiedenartige Deckengewoelbe mit Tribuenen.Sehr schoen sind die monolithischen
Saeulen, deren Kapitelle geometrische Blumen und Tiefiguren zeigen. Sehenswert ist ein
holzerndes Kruzifix aus dem 13.Jh. und auf dem Altar eien Holzgruppe aud dem 12. Jh .
KULTURELLE VERANSTALTUNGEN
Die Gemeinde Montalcino erstreckt sich auf einem weiten Territorium, das meistens waldig
ist. Der typische Baum , der dem Ort seinen Namen gibt, ist die Steineiche. Andere
Pflanzen , die hier wachsen, sind der Erdbeerbaum, der Eichbaum und der Wacholder. In
diesen Waeldern kann man leicht Wildschweine, Marder, Hasen und Rehboecke finden. Da hier
die Landwirtschaft vorherrscht, sind auch die Volksfeste mit Natur und Wald verbunden. Das
wichtigste Fest ist der "Torneo di apertura delle cacce" ( Turnier der
Eroeffnung der Jagdsaison) im August. Im Oktober gibt es das bekannte "Sagra del
tordo" (Fest der Drossel). In den beiden Veranstaltungen nehmen die vier Stadtviertel
an einem Bogenwettschiessen teil. In denselben Tagen kann man gastronomische
Spezialitaeten mit dem Wein Brunello ausprobieren. Im Mai wird eine laendliche
Weinausstellung organisiert, wo die Rotweine - Juwelen des Ortes - praesentiert werden.
Der Ruhm und der Stolz Montalcinos besteht in seinem BRUNELLO, dem beruehmten rassigen
kraeftigen und samtigen Rotwein, der in ganz Europa und in den USA bekannt ist. Seine
Lagerung dauert mehr als vier Jahre und braucht besondere Faesser und klimatische
Bedingungen und Kontrollen. Das Territorium, wo dieser Edelwein produziert wird, umfasst
nicht die ganze Gemeinde Montalcino, sondern nur den Boden direkt um den kleinen Ort.
Andere Qualitaetsweine der Zone sind der Rosso di Montalcino (Rotwein), der Moscadello
(spritzig), der Vino di Sant'Antimo und der Grappa di Brunello (Schnaps).
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