PIAZZE

GESCHICHTE

Das Dorf Piazze geht auf ein Dorf, das zum mittelaterlichen Schloss "Camporsevoli" gehoerte, zurueck. Es entstand zwischen dem 16. und 17.Jahrhundert,als am Kreuzeweg antiker Strassen und (darunter auch die Cassia ) die ersten Haeuser auftauchten. Der Name Camporsevoli stammt von dem lateinischen Wort Campus Silvae, was so viel wie Waldlandschaft bedeutet. Die ersten Aufweisungen stammen aus der Zeit Friedrich Rotbarts, als die Grenzen des Gebietes verschoben wurden. Es gab aber Ansiedlungen bereits zur Zeit der Etrusker, wie Funde aus den Grabstaetten um Camporsevoli beweisen. Das Schloss entstand um 1200 als Festung, in deren Innenraum sich auch der Herrschaftspalast befand.
Piazze als Dorf oder Kirchgemeinde gab es aber noch nicht. Das Schloss Camporsevoli hat haeufig den Besitzer gewechselt. Von Graf Francesco Corbara ging es an Orvieto, Siena, den Heiligen Stuhl, die Piccolomini, das Grosserzogtum Toskana wie auch an die Herzoege Gigni aus Florenz ueber. 1450 als Enea Silvio Piccolomini als Pius II zum Papst gewaehlt wurde, uebergab er das Vikariat Camporsevoli an seine Neffen Giacomo und Andrea. Nach deren Tod, im Jahr 1500 circa ,wurde der Besitz an ihre Erben verteilt. Anfang des 17. Jahrhunderts ging der Besitz an das Grossherzogtum Toskana ueber. Die ersten Haeuser entstanden ums Jahr 1500. Der Name stammt davon, dass sich immer einige Haeuser um einen Platz reihten. Diese Plaetze dienten auch als Versammlungsplatz und als eine Art Speicher fuer die aus den umliegenden Waeldern gewonnene Kohle.
Am 2.Juli 1977 wurde die Gemeinde Camporsevoli, zu der auch die Siedlung Piazze gehoerte, aufgeloest und der Gemeinde San Casciano dei Bagni angeschlossen. 1860 ging sie, wie die ganze Toskana, an das Koenigreich Italien ueber.
In Piazze trafen etliche Strassen aus dem Kirchenstaat und dem Grossherzogtum Toskana zusammen. Um den Schmuggelhandel einzudaemmen wurde eine Zollstelle eingerichtet.

KULTURELLE VERANSTALTUNGEN

Unter den vielen volkstuemlichen Traditionen, die erhalten geblieben sind, ist der "Bruscello" sicher die Einzigartigste. Man nimmt an, dass die Bezeichnung "Bruscello" von dem Namen "arboscello"(bluehendes Baeumchen) stammt. Dieses Baeumchen war der Mittelpunkt einer volkstuemlichen gespielten und gesungenen Theaterauffuehrung. Urspruenglich hatte diese Auffuehrung nur volkstuemlichen Charakter, bereicherte sich aber spaeter, im 19.Jahrhundert, mit Heldensagen aus der Geschichte. Diese Volksauffuehrungen sind typisch fuer die laendlichen Gegenden Sienas und beinhalten Themen aus der Bibel, aus Epos, aus dem Leben der Heiligen und aus Legenden zur Romantikzeit. Die Auffuehrung fand waehrend der Fastenzeit auf oeffentlichen Plaetzen statt (heute im August). Die Schauspieler waren alle Maenner, auch fuer die Frauenrollen. Die Darsteller (Bruscellanti) kamen im Umzug zum Auffuehrungsort, stellten sich in einem Kreis auf, pflanzten das bluehende Baeumchen ("bruscello") in die Mitte und begannen ihre Verse zu singen.
Mit der Zeit wurde aber eine Buehne im Freien aufgestellt, die mit gruenen Zweigen geschmueckt wurde.

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