PIENZA
Es scheint allgemein anerkannt, dass der Ort, wo sich Pienza befindet, von den Etruskern
des Amtsgebietes von Chiusi bewohnt worden war. Dies zeigen die Dinge, die durch Zufall in
der Ortschaft Borghetto im Jahr 1860 aus Licht gekommen sind. Waehrend des Mittelalters
stand moeglicherweise eine Burg dort, wo sich heute Pienza befindet. Die sichersten alten
Nachrichten gehen auf das Jahr 700 zurueck, in dem sich Nachrichten ueber die Pfarrei des
Hl. Vitus und Modestus, die den Moenchen der Abbadia San Salvatore gehoerte, finden. Gegen
das Jahr 1200 kann die Pfarrei unter die Dioezese von Arezzo. Im Innern der Kirche findet
man immer nach das rustikale Taufbecken (wo der spaeter Papst Pius 2 die Taufe erhielt) .
Zwischen dem Ende der 13. und dem Anfang des 14 Jhs. entstand auf dem darueberliegenden
Huegel, waehrend Teile der alten Pfarrei erneuert wurden, in der Naehe zur Burg eine
Kirche, die der Hl. Maria geweiht war, von den einige Reste im Jahr 1932 wiedergefunden
wurden, als man mit Restaurierungs- und Befestigungsarbeiten am Dom beschaeftigt war.
Ungefaehr 1250 wurde eine Kirche der Minderen Brueder und zwar die des Hl. Franziskus, in
der Naehe ihres Konventes erbaut, das zuerst ein Hospiz war und dessen Kloster in den
ersten Jahren des 16 Jhs. von Papst Pius 3. (Francesco Piccolomini , ein Neffe von Pius
2.) renoviert wurde. Andere Kirchen und Einsiedeleien entstanden in der naeheren Umgebung
: die Kirche der Benediktinerinnen in St. Gregor und die Einsiedelein der Hl. Katarina.
Man kennt den Zuwachs der Bevoelkerung von Corsignano (so hiess das Dorf, das spaeter
Pienza genannt wurde) vor der Geburt des Papstes nicht. Jener stammt aus einer
wohlsituerten Familie sienesischen Ursprungs, von wo sie sich ungefaehr in den ersten
Jahren des 14 . Jhs. aufgrund der Handel und Banken betreffenden Konkurenzkaempfe der
Florentiner zuruckezog. Urspruenglich war die Familie Piccolomini sehr reich und besass
viele Palazzi in Montalcino, Rosia, Asciano, Montefollonico und Rapolano. Im Jahr 1405
wurde Aeneas Silvius in einem einfachen Haus, das zwischen der Kirche des Hl. Franziskus
und der der Hl. Maria lag , geboren (dort steht jetzt der PALAZZO
PICCOLOMINI).
Nachdem er im Jahr 1458 Papst
geworden war, fand er sein Heimatdorf bei einer Rueckkehr aus Deutschland elend und klein
vor : Deshalb entstand in ihm der Wunsch, es zu bereichern und dort irgendetwas
Dauerhaftes und Erinnerungswuerdiges aufzubauen. Am 18. Mai 1459 beschloss die Kommune von
Siena , die Erlaubnis zum Beginn der Arbeiten zu gehen, die unter der Federfuehrung des
florentinischen Architekten Bernardo di Matteo Gambarelli, genannt der
"Rossellino" , vorangetrieben wurden. Die Kathedrale war nach drei Jahren im
Jahr 1462 fertig, und im selben Jahr wurde auch der danebenliegende Palazzo, der der
Papstpalast oder Palazzo Piccolomini genannt wird fertiggestellt. Alles war von den
staedtebaulichen Idealen der Renaissance gepraegt. Am Ende des Jahres 1462 wurde mit dem
Bau des Palazzo Comunale begonnen. Datiert auf den 23. September, findet man in den
Arkiven eine Nachricht ueber den letzten Kauf von Haeusern, die dann abgerissen wurden, um
fuer den neuen Bau Platz zu schaffen. Gleichzeitig wurden im mittelalterlichen Dorfkern,
die Erneuerungsarbeiten an den Bauwerken, die der Papst fuer seine Kardinaele erbeten
hatte, mit Volldampf vorangetrieben , damit sich dort jeder von ihnen ein eigenes Haus
errichten lassen konnte.
Finanziell wurden sie darin von Papst unterstuetzt. So entstanden wichtige Palazzi: jener
des Kardinals Giacomo Ammannati, des Kardinals Gonzaga, des Kardinals Rodrigo Borgia, der
heute der Bischofssitz ist. Diese neuen aristokratischen Gebaeude, die sich mitten
zwischen den aermlichen Haeusern des Volkes erhoben, betonten gerade, das, was der Papst
hatte vermeiden wollen. Deshalb beschloss er, zwoelf neue Haeuser fuer das Volk errichten
zu lassen und allen Buergern von Corsignano einen Zuschuss zu gewaehren, wenn sie ihre
Haeuser umbauten oder renovierten. Im Jahr 1462 weihte der Papst die Stadt ein und nannte
sie fortan Pienza. Am 14 . August 1464 starb Pius 2. mit nur 59 Jahren in Ancona. Durch
den Tod des Papstes legte sich auf die riesige Baustelle Stille; auch alle Kardinaele, die
sich dort ihre Wohnstaetten hatten errichten lassen, verliessen Pienza.
Bei diesem grossen Papst, einem Liebhaber der Kultur, aber auch der Geographie und der
Oekonomie, muss man an eine grosse Idee erinnern, die ihm kam: Als er die Wasserquellen
des Vivo d' Orcia betrachtete, dachte er, dass man den Fluss des Wassers auch umleiten
koennten ; also koennten die Wassermassen, die von einer starken, die enge Schlucht (an
der Bruecke von Bagno Vigoni) abschliessenden Mauer aufgehalten werden sollten, einen See
bilden, der die tieferen und ebeneren Teilen des Tals einschliessen wuerde und so dem
ganzen Bereich Fischvorraete verschaffen wuerde und ihn vor eventuellen feindlichen
Angriffen schuetzen wuerde. Der Tod dieses Papstes beraubte Pienza eines sicheren Leiters:
die Nachfolgenden blieben angesichts der ungeloesten Schwierigkeiten unsicher und fielen
auf die Wahl dessen zurueck, was eigentlich bereits vergangen war.
PIUS
II
DENKMAELER
IRIS
ORIGO
KULTURELLE
VERANSTALTUNGEN
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