SAN QUIRICO

GESCHICHTE

Die etruskischen Urspruenge San Quiricos sind durch Funde von Aschenurnen und anderen Gegenstaenden, die zur Ausstattung von Graebern gehoerten,belegt. Der alte Name San Quirico in Osenna, der bis ins 13.Jh. belegt ist, bezieht sich wahrscheinlich auf einen heute verschwundenen Wasserlauf. Osenna und Orcia sind etruskische Toponymen, die "Wasser" oder "Bach" bezeichneten. Die Widmung San Quirico erinnert an das Martyrium des christlichen Jungen Ziliziens. Von 11.Jh. an findet man den Name San Quirico in Osenna immer haeufiger in Urkunden, die die wachsende Rolle des Dorfes beweisen, das auf der wichtigen Via Francigena oder Romea und in der Mitte zwischen Rom und Florenz lag. So knuepft sich die Geschichte der Stadt mit der dieser Strecke der Via Francigena, wo viele politische und geistliche Wuerdentraeger durchreisten, wie z.B. der Erzbischof von Canterbury auf seiner Rueckreise aus Rom 990, oder Friedrich I.,der sich 1154 nach Rom zur Kaiserkroenung begab, an. Unter Friedrich II. wurde San Quirico koeniglicher Hof und Sitz eines Burgrichters. In der Folgezeit wurde es mehr und mehr in innere Kaempfe Sienas verwickelt und wiederholt gezwungen, sich gegen Angriffe vertriebener Sieneser zu verteidigen. 1502 musste es sich den durchziehenden Truppen Cesare Borgias ergeben. 1507 gelangte Machiavelli in einer ihm von der Republik Florenz anvertrauten Mission nach San Quirico, um ueber Montepulciano zu entscheiden, das nicht Siena unterstehen wollte. Im Jahre 1310 umfasste San Quirico ein weites Land: Vignoni,
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Ripa d'Orcia, Castiglion d'Orcia, Castelnuovo dell'Abate, Seggiano, Contignano, Fabbrica, Palazzo Masdini, Casona und Cocciaconti. 1552 liess Karl 5. seine Heere hier nieder um das Orciatal zu bewachen und zu erpressen.

SEHENSWUERDIGKEITEN

Die Kollegiatkirche, die Kirchecollegiata.jpg (31074 byte) geht auf das 8. Jh. zurueck. Das Aeussere der Kirche weist 3 Portale auf. Der Turm wurde Ende des 18. Jhs. gebaut und hat den alten Kuppelturm ersetzt. Das Innere der Kirche: Die Decke, der 1655 nach dem Abriss der urspruenglichen Apsis errichtete Chor,der Hauptaltar im Rokokostil. Hinter dem Altar sind die herrlichen intarsierten Paneele des Sienesen Antonio Barili, die zwischen 1482 und 1502 entstanden. Die wunderbaren Intarsien wurden 1749 vom Markgrafen Chigi erworben.
Palazzo Chigi: Neben der Kollegiatskirche erhebt sich der gewaltige Bau des Palastes, den Kardinal Flavius Chigi in der 2. Haelfte des 17.Jhs. erbauen liess. Der Palast weist erlittene Beschaedigungen, starke Risse, sowohl in der aeusseren Struktur als auch in den an Fresken reichen Saeulen auf.
Im Inneren der Kirche San Franziskus lassen sich bewundern: auf dem Hauptaltar eine wunderschoene Madonna (Andrea della Robbia zugeschrieben), vielleicht ein Teilstueck einer Verkuendigungsszene.
Die Gaerten des Leoni (Horti Leonini), die 1580 von Diomede Leoni ausgefuehrte Gartenanlage, sind ein glaenzendes Beispiel fuer einen Garten "all' italiana". Die grosse Anlage oeffnet sich in einer weiten perspektivischen Flucht. Die vollkommen geometrisch angelegten Buchsbaumbeete tragen dazu bei, diesen Eindruck zu verstaerken. Den Hintergrund bildet ein Englischer Garten, durch den hindurch man zu einem hoehergelegenen Platz gelangt. Hier erhob sich der im letzten Krieg zerstoerte Turm der Festung.
Den Rosengarten: innerhalb der Horti Leonini, nach einem orti.jpg (49007 byte)Garten mit Baeumen und Beeten, erreicht man durch ein Portal und einige Treppen den Rosengarten. Einmal war er von vielen dichten Rosenbueschen gekennzeichnet, die zuerst wild, spaeter gepflegt, wuchsen. Heute hat man diesen maerchenhaften Raum renoviert und man kann noch gut gepflegte Beete mit sehr schoenen Rosen jeder Art und Farbe bewundern. Über eine Leiter begibt man sich an einen Punkt, an dem man einen schoenen Ausblick haben kann.

KULTURELLE VERANSTALTUNGEN

Jedes Jahr im Juni, am zweiten Sonntag, wird in San Quirico das Fest des Barbarossa, in Erinnerung an den Durch-zug von Kaiser Friedrich, gefeiert.
Das Fest beginnt Samstag nachmittag mit dem ersten Umzug der 4 Stadtteile mit ihren Farben: Prato (weiss-gruen), Castello (weiss-rot), Borgo (weiss-schwarz) und Canneti (weiss-blau).
Am Sonntag findet der grosse Umzug der 4 Stadtteile mit ihren Figuren, die alte Koestume der Zeit tragen, statt und waehrend des Vormittagsgottesdienst werden die Stadtteile gesegnet. Nach dem schoenen historischen Umzug wird die Begegung Kaiser Friedrichs mit der Stadtverwaltung dargestellt. Am Nachmittag finden im Garten Chigi die Spiele der Vertreter der 4 Stadtteile statt: Bogenschiessen und Fahnenschwingen.Die Gewinner bekommen zwei Po-kale und einen Festabend!


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